Wettbewerb Bibliothek und Bürgerservice, Jena


Mit dem Neubau der Bibliothek und dem Bürgerservice entsteht ein neuer, moderner Stadtplatz mit Bezügen zur bedeutsamen Vergangenheit des Ortes. Der Platz liegt im Spannungsfeld zwischen Theaterhaus, der Hauptpost am Engelplatz und der neu entstehenden Bibliothek mit Bürgerservice an der Ostseite. Der Ort ist durch vielzählige Funktionen, historisch gewachsene Strukturen und kulturelle Veranstaltungen geprägt.

Der Platz teilt sich durch die topographische Situation in drei wesentliche Ebenen auf – den neuen Platz an der Bibliothek, den eingeschobenen Eingangsplatz an der Neugasse und den abgesenkten Theatervorplatz.

 

Platz an der Bibliothek

Der großzügige neue Stadtplatz mit seiner Stufenanlage mit Sitzwürfeln bildet den Vorplatz für die Bibliothek. Die Oberfläche des Platzes wird aus Natursteinbelag im Passeverband hergestellt. Auf der Platzoberfläche wird in Form von gepflasterten Bändern aus Natursteingroßpflaster der Verlauf des ehemaligen Klostergrundrisses abgebildet. Der ehemalige Klostergarten bildet sich durch flache blühende Gehölzstreifen ab.

Den westlich ausgerichteten Gebäudefassaden der Bibliothek werden Baumreihen mit je vier schlanken säulenförmigen Solitären vorgestellt.

Der Übergang zwischen Straßenraum und Platzfläche wird als Rahmen in Form eines Natursteinbandes mit Sitzelementen und Lichtstelen abgebildet und macht den neuen Platz räumlich ablesbar. Als prägende Wegmarke wird im Eingang zum Schillergässchen ein Solitärbaum gepflanzt. Im Umfeld der Bibliothek befinden sich 16 Fahrradbügel.

 

Theatervorplatz

Die Arena vor dem Theater wird an der Ostseite mit Sitzstufen vervollständigt, sodass sich der höher liegende Platz auf Eingangsniveau des 1. OG zur Bibliothek und der abgesenkte Bereich vor dem Theater ergibt. Der Innenbereich der Arena wird mit einem funktionsgerechten robusten Pflaster ausgeführt. Der stufenlose Zugang vom Schillergässchen im nordwestlichen Bereich wird auf 3,20 m verbreitert, sodass auch Rettungskräfte mit Fahrzeugen in den Innenbereich und direkt ans Theatergebäude gelangen.

 

Eingangsplatz Neugasse

Die unter der Bibliothek liegende Tiefgarage wird von der Neugasse erschlossen. Der Bereich an der Neugasse wird vom Bibliotheksgebäude und von einem Baumraster aus neun neugepflanzten Hochstämmen räumlich geschlossen. Ein Natursteinband mit Sitzelementen und Lichtstelen markiert auch hier den Übergang vom umliegenden Straßenraum zum neuen Stadtplatz. Unter den Bäumen finden 16 Fahrradbügel ihren Platz. Eine breite Treppenanlage erschließt sowohl das Erdgeschoss der Bibliothek als auch den höher gelegenen Theatervorplatz und dient gleichzeitig als Fluchtweg im Rettungsfall.

 

Kategorie: Wettbewerb

Ausloberin: Stadt Jena

Kooperation: CODE UNQUICE Architekten BDA

Platzierung: Anerkennung

 

Zeitraum: 09/2017